Emine Demirbüken-Wegner, MdA 
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Neuer Generalsekretär


Koalitionsvertrag unterzeichnet


Interview mit Frank Henkel


Unternehmen für Familie
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Warum Familienfreundlichkeit für Unternehmen unverzichtbar ist


Demografischer Wandel

Unsere Gesellschaft verändert sich. Zukünftig wird es in vielen Branchen einen Mangel vor allem an qualifizierten Fachkräften geben. Gleichzeitig wird die Gesellschaft immer älter, der Anteil der hochbetagten und pflegebedürftigen Menschen in der Bevölkerung steigt. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind bereits jetzt auf Pflegeleistungen bzw. regelmäßige Unterstützungen im Haushalt angewiesen. Dabei wird ein Großteil dieser Menschen von ihren Angehörigen selbst betreut und gepflegt. Ein Viertel davon ist berufstätig, die Hälfte in Vollzeit. Zusammen mit der Kinderbetreuung beeinflusst diese Aufgabe die Situation vieler Familien.

Zwar ist in Berlin kein Bevölkerungsrückgang zu erwarten und die Stadt hat eine große Anziehungskraft, doch es herrscht eine hohe Bevölkerungsfluktuation. Eine große Zahl junger Menschen studiert in Berlin oder beginnt eine Ausbildung. Gut ausgebildet verlassen allerdings viele die Stadt wieder.

Veränderte Bedürfnisse

Immer mehr Frauen und Mütter wollen sich nicht mehr nur auf eine Rolle beschränken, sondern Kindererziehung und Beruf vereinen. Und inzwischen möchten auch viele Väter mehr am Familienleben teilhaben.

Auf diese Veränderungen müssen die Unternehmen reagieren und Arbeitsbedingungen schaffen, die den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter gerecht werden. Unternehmen können es sich schlichtweg nicht mehr leisten, auf Familienfreundlichkeit zu verzichten, ohne einen entscheidenden Nachtteil im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter zu erleiden.

Unternehmen in Berlin

Viele Unternehmen in Berlin engagieren sich bereits für familienfreundliche Arbeitsbedingungen und begreifen ihr Engagement als wichtigen Standort- und Wirtschaftsfaktor. Aber gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben hier noch einen Nachholbedarf und bleiben hinter ihren Möglichkeiten. Die Zahlen sprechen für sich: Nur knapp ein Prozent der Berliner Unternehmen hat eine Betriebsvereinbarung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Chancengleichheit von Frauen und Männern gefasst.

Familienfreundliche Maßnahmen: Es muss nicht gleich ein Betriebskindergarten sein

Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es häufig an Wissen, wie sich eine familienbewusste Personal- und Unternehmenspolitik umsetzen lässt und welche Maßnahmen sich für ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eignen. Die Unternehmen, die bereits jetzt auf Familienfreundlichkeit setzen, haben vor allem Regelungen zu flexiblen Arbeitszeiten und zur Kinderbetreuung. Es muss nicht gleich ein Betriebskindergarten sein. Eine kostengünstige, aber nicht weniger hilfreiche Alternative ist beispielsweise die Vermittlung von Tagesmüttern oder die Unterstützung von Elterninitiativen. Weitere Maßnahmen reichen von Job-Sharing, Telearbeit oder Sabbaticals bis hin zu Fortbildungen während der Elternzeit oder Wiedereinstiegsprogrammen danach.

Familienfreundliche Maßnahmen rechnen sich

Es ist ein Vorurteil, dass betriebliche Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf kostenintensiv sind und nur von finanzkräftigen Großunternehmen zu leisten sind. Im Gegenteil: Der Einsatz für familienfreundliche Arbeitsbedingungen rechnet sich, wie zahlreiche Studien belegen.

Weniger Personalfluktuation und höhere Produktivität

Gerade in kleineren Unternehmen sind erfahrene Mitarbeiter ein wichtiger Erfolgsfaktor. Ein Weggang bedeutet häufig einen großen Verlust an Humankapital. Die Kosten für  Familienfreundlichkeit sind geringer als die Kosten für Neubesetzungen. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen binden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker und erhöhen die Identifikation mit dem Unternehmen, die Zufriedenheit und die Motivation. Gleichzeitig sinken die Krankheits- und Fehlzeiten.  

Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und positive Imagebildung

Der Einsatz für Familien ist ein unverzichtbarer Standort- und Wirtschaftsfaktor. Im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte spielt dieser Bereich bei Bewerbern eine immer wichtigere Rolle. Die Attraktivität als Arbeitgeber steigt und dieser hebt sich auf diese Weise positiv von der Konkurrenz ab.

Gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte

Familienfreundlichkeit ist ein bedeutender Wachstumsfaktor für die deutsche Wirtschaft. Erhöht sich die Geburtenrate sowie die Erwerbstätigkeit von Frauen, und verbessert sich das Bildungsniveau, wirkt sich das positiv auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus.

Impressionen
Landesverband Berlin
Frank Henkel
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