Liebe Bürgerinnen und Bürger,
 
vielfältig und vor allem kontrovers diskutiert ist die Nachnutzung des FLUGHAFENS BERLIN-TEGEL TXL. Nach der Auslegung der Änderungen zum Flächennutzungsplan Anfang diesen Jahres und einer weiter anhaltenden Irritation rund um die Zukunft der Sportplatzanlage Scharnweberstrasse findet der nächste Schritt der Bürgerbeteiligung seitens des Senats von Berlin statt. Ich darf Sie herzlich dazu einladen, Ihre Wünsche und Vorstellungen, Ihre Ideen und Ihre Beschwerden im Rahmen von vier nunmehr stattfindenden Veranstaltungen im und am Ortsteil Reinickendorf-West einzubringen. Bitte nehmen Sie zahlreich und wortreich an einer der vier hier angebotenen Dialog-Veranstaltungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teil!
 
Ihre
Emine Demirbüken-Wegner
 


Bauwettbewerb: Planungen zum Kurt-Schuhmacher-Quartier 
Sportplatzanlage Scharnweberstrasse noch immer nicht gesichert
 
„Die Jury zum Kurt-Schumacher-Quartier hat ihr Urteil gefällt. Aber jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“ so Bezirksbürgermeister Frank Balzer in seiner Stellungnahme zum Ergebnis des Städtebaulichen Wettbewerbs zur Nachnutzung des Flughafens Berlin-Tegel (TXL). Auch mit den ersten Planungsergebnissen zur Bebauung des Areals entlang des Kurt-Schumacher-Damms, der jetzigen Bundesautobahn, der sogenannten 'Sternstrassensiedlung' und dem Anschluß an den Kurt-Schumacher-Platz ist noch immer keine Klarheit zur Zukunft der Sportplatzanlage Scharnweberstrasse erreicht worden. 
 
Am 06.04. verkündete der SPD-Abgeordnete Strödter voreilig: „Entgegen den Befürchtungen vieler Beteiligter im Bereich des Quartiersmanangement rund um die Auguste-Viktoria-Allee, bleiben die Sportplatze an ihrem jetzigen Ort nahe der Scharnweberstrasse bestehen“. Keine drei Wochen später, am 25.04.2016, schrieb der SPD-Stadtentwicklungsenator Andreas Geisel jedoch: „...Es bestünde die Möglichkeit einer Verlegung der Sportplätze … nach Westen auf das jetzige Flugfeld. ...Eine eventulle Verlegung der Sportplätze ist damit zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch völlig offen.“ Und so findet sich die angebliche Senatszusage, die Sportflächen am Uranusweg nicht zu überbauen, nicht in den Entwurfsarbeiten. Dazu Bezirksbürgermeister und Sportstadtrat Frank Balzer: „Diese Sportflächen werden von Schulen, Sportvereinen und sozialen Einrichtungen intensiv genutzt. Sie stehen nicht für Wohnbebauung zur Verfügung. Herr Senator Geisel hat auf unsere Initiative den Erhalt der Sportanlage bestätigt. Diese Zusage muss bei den weiteren Planungen nun Niederschlag finden“. „Insgesamt muss beim Wohnungsbau auf dem Areal des ehemaligen Flughafens bereits bei der Planung verhindert werden, dass Wohnsilos und Betonburgen entstehen, deren soziale Probleme in den nächsten Jahrzehnten zu tragen sind. Deshalb müssen ausreichend Frei- und Grünflächen, Spielplätze und attraktive Schulplätze mit ausreichend Schulhofflächen entstehen“, fordert Frank Balzer. 
 
Auch die Akteure der AVA-Kiezrunde sind angesichts der Planungen, wie sie bspw. In den nächsten Wochen in vier Bürgerforen vorgestellt werden sollen, in großer Sorge: Die Einteilung in zwei Bereiche – Kurt Schumacher Platz/Sternstraßensiedlung/Auguste Viktoria  und Afrikanisches Viertel bei den Dialogveranstaltungen stößt auf harsche Kritik. 
 
Dass darüber hinaus noch harte Arbeit zu leisten sei, zeige die Tatsache, dass der Siegerentwurf ein Grünflächendefizit von fast 5.000 qm aufweist. Nicht besser steht es um die Grund- und Sekundarschulen: Für beide Schulen fehlen annähernd ein Hektar, um die Mindestgrößen sicher zu stellen. Leider fehlen im Siegerentwurf für die Themenfelder Car-Sharing und E-Mobilität entsprechende Aussagen. Und ebenfalls keine Angaben wurden zu den Fahrradabstellflächen gemacht. Der zuständige Bezirksstadtrat für Bauen, Martin Lambert, der an dem Wettbewerbsverfahren teilnahm, stellt fest: „Wenn nach der Bauordnung für jede Wohneinheit zwei Fahrradabstellplätze zur Verfügung gestellt werden müssen, zeigt dies, dass hier noch sehr intensiv nachgearbeitet werden muss. Auch innovative Lösungen wie E-Mobilität oder Car-Sharing müssen in dem Kurt-Schumacher-Quartier ebenfalls Niederschlag finden.“ Und schließlich müsse bei den Baumaßnahmen die soziale Ausgewogenheit berücksichtigt werden, so Martin Lambert: „Mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) in Bereichen der Bebauung von 5,0 wird eine solch massive Verdichtung erzeugt, dass soziale Probleme nicht auszuschließen sind“. 
Ich kann den Senator für Stadtwicklung und Umwelt, Herrn Senator Geisel, nur auffordern, die weitere Entwicklung in Abstimmung und Kooperation mit dem Bezirk Reinickendorf vorzunehmen. Der Bezirk trägt für die Fläche Verantwortung, mögliche künftige negative Entwicklungen müssen bereits heute verhindert werden“, so der Appell von Bezirksbürgermeister Frank Balzer.
 

Harald Muschner