Quartiersmanagement Auguste-Viktoria-Allee
Bezirksstadtrat Martin Lambert wies auf die Wichtigkeit dieses Ortsteiles hin: „Die Strukturen, die wir hier im Ortsteil vorfinden, sind wie eine kleine Blaupause für unseren Bezirk. An der Auguste-Viktoria-Allee befinden sich für das Gebiet zentrale Einrichtungen: Fünf Kitas, das Gemeindehaus der Segenskirche, die DRK Migrationsberatung, die Max-Beckmann-Oberschule, die Stadtteilbibliothek Reinickendorf West, das Mehrgenerationenhaus mit dem interkulturellen Frauen- und Mädchentreff und einem Familienzentrum, die Segenskirche, das Jugendcafé Laiv und die Mark-Twain-Grundschule. Zusätzlich gibt es im Gebiet noch zwei weitere Grundschulen (Reinecke Fuchs Grundschule und Hermann-Schulz-Grundschule), acht weitere Kitas, das Familienzentrum Familienpunkt, die katholische Kirche St. Rita und vier Sportvereine.“
Ein Blick auf die Karte zeigt: Das Quartiersmanagementgebiet Auguste-Viktoria-Allee reicht von der Quäkerstraßensiedlung bis zur Ollenhauerstraße. Es wird im Norden von der S-Bahn, im Süden von der Scharnweberstraße begrenzt. Das Zentrum des Gebietes ist durchzogen von der Auguste-Viktoria-Allee, entlang der soziale Einrichtungen und Bildungseinrichtungen sowie Grün- und Spielflächen konzentriert sind. Eine heterogene Baustruktur teilt das Gebiet in verschiedene Nachbarschaften und Siedlungen. Im Westen des Gebietes befindet sich die Gewobag-Siedlung Quäkerstraße, die durch die Antonienstraße und den Eichborndamm, die als Autobahnzubringer fungieren, vom übrigen Gebiet abgekoppelt wird. Eine Mischung aus Bebauung der Siedlungserweiterung und der Gründerzeit bildet den Block zwischen Scharnweberstraße, Auguste-Viktoria-Allee, Eichborndamm und Hechelstraße. Kontrastierend dazu liegen im Südosten sowie im Norden Einfamilienhausgebiete mit einer entsprechend kleinteiligen Bebauungsstruktur. Der Mellerbogen im Norden des Gebietes nimmt mit einer Blockhöhe von 9 bis 12 Stockwerken eine weitere Sonderstellung in der Bebauungsstruktur ein. Emine Demirbüken-Wegner dazu: „Der Kurt-Schumacher-Platz am Rand des Gebietes hat eine hohe Besucherfrequenz und eine starke Einzelhandelskonzentration. Dies darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass bspw. die Scharnweberstraße in den letzten Jahren durch einen schleichenden Trading-Down-Prozess, also die Zunahme an Leerstand durch das Verschwinden von Einzelhandel, stark an Attraktivität eingebüßt hat. Auch um diesen Prozeß umzukehren, ist das nun sich etablierende QM AVA ein wichtiges Instrument!“
Silke Klessmann beschreibt die Aufgabe Ihrer Kollegen so: „Das Team des Quartiersmanagements Auguste-Viktoria-Allee arbeitet seit dem 01. April 2016 im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und des Bezirksamtes Reinickendorf. Gemeinsam mit den hier wohnenden und arbeitenden Menschen sollen die Lebensverhältnisse im Kiez verbessert werden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner, Geschäftstreibende, Mitarbeiter der Sozialen und Kirchlichen Träger und wer sich im QM-Gebiet sonst noch engagiert, können Vorschläge machen und Projekte entwickeln.“
Baustadtrat Martin Lambert, im Bezirksamt Reinickendorf politisch federführend für die Institution Quartiersmanagement erläuterte: „Die Gelder hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Programm »Soziale Stadt« bereitgestellt. Das Bezirksamt Reinickendorf wird zusammen mit dem QM-Büro eine Steuerungsrunde einrichten, zu der auch Vertreter eines sogen. Quartier/Kiezbeirates gehören werden. Weiterhin wird mittels einer ‚Bürgerkonferenz‘ die Bürgerbeteiligung sichergestellt werden. Das Bezirksamt wird dies ständig begleiten und die jeweils aktuellen Abläufe in die Öffentlichkeit kommunizieren.“
Die Gäste ließen sich vom QM-Team die wichtigsten Begriffe erklären, die häufig im Zusammenhang mit Quartiersmanagement genannt werden.
Quartiersmanagement-Team: ist vor Ort ansprechbar und organisiert den Prozess.
Expert/-innen im Kiez: zusammen mit Anwohner/-innen, sozialen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen, Vereinen, Gewerbetreibenden und Initiativen werden Bedarfe und Verbesserungswünsche für das Gebiet ermittelt sowie Strategien für die Entwicklung der Nachbarschaft entwickelt.
Quartiersrat und Aktionsfondsjury: engagieren sich für den Kiez und entscheiden, welche Themen angepackt und welche Projekte durchgeführt werden.
Projekte und Aktionen: in den zentralen Handlungsfeldern Bildung, öffentlicher Raum sowie Integration sollen Projekte und Aktionen die Nachbarschaften stärken, ein friedliches Zusammenleben fördern und die Menschen ermutigen, ihren Kiez mitzugestalten
Budget: der Aktionsfonds und der Projektfonds stehen dem Gebiet zu Verfügung, weitere Mittel können über den Baufonds und den Netzwerkfonds beantragt werden.
Strategie: das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept beinhaltet die Grundlage der Quartiersarbeit, eine Analyse der Stärken und Schwächen des Gebiets, sowie die strategischen Zielsetzungen. Es wird zusammen mit Anwohner/-innen, Akteuren und der Verwaltung erstellt.
Starke Partner: eine aktive fachübergreifende Zusammenarbeit mit der Verwaltung bildet die Basis dafür, Planungen mit den Anwohner/-innen abzustimmen sowie die Wünsche der Anwohner/-innen in konkrete Maßnahmen umzusetzen.
Quartiersbüro: Treffpunkt und Anlaufstelle für Anregungen, Ideen und Engagement.
Für Demirbüken-Wegner und Lambert war der Besuch im neuen QM-AVA-Büro der Auftakt eines langen Abends. Anschließend fand zum Thema QM die regelmäßig von Demirbüken-Wegner veranstaltete Bürgersprechstunde statt. Bei zahlreicher Beteiligung von Mitarbeitern der im Kiez tätigen sozialen und konfessionellen Träger und einer überraschend großen Anzahl an Bürgerinnen und Bürgern wurde vielfältig über die Anliegen und Aufgaben im Quartier diskutiert. Als Veranstaltungsort hatte Demirbüken-Wegner die Jugendfreizeiteinrichtung LAIV in der Auguste-Viktoria-Allee gewählt. Bei aller auch manchmal kontroversen Sicht zu den anstehenden Notwendigkeiten war man sich einig in dem Bestreben, dem QM-Team um Silke Klessmann im nun gestarteten Quartiersbüro alle erdenkliche Hilfe und Unterstützung zu liefern. Klessmann kündigte an, dass der Quartiersrat für das Quartiersmanagementgebiet Auguste-Viktoria-Allee im Herbst von der Kiezbevölkerung gewählt werden wird. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat oder sich einfach informieren will, der kann das QM-AVA-Büro kontaktieren unter team@qm-auguste-viktoria-allee.de.