Zähneputzen GROSS geschrieben

Emine Demirbüken-Wegner war vor den Sommerferien in den Kindertagesstätten des Ortsteiles Reinickendorf-West unterwegs. Ihre Mission war, das „ZÄHNEPUTZEN“ in das Bewußtsein der Kinder, aber eigentlich vielmehr der Eltern zu rücken. Eltern spielen eine sehr wichtige Rolle für die Entwicklung und Förderung einer zahngesunden Verhaltens- und Lebensweise ihrer Kinder.
Deswegen sollen Eltern - aber auch die pädagogischen Fachkräfte - für die Mundgesundheit der Kinder sensibilisiert und als Verbündete im Kampf gegen Karies gewonnen werden.  Dazu erhielten bei den Besuchen von Demirbüken-Wegner alle Kinder der besuchten  Kitas Zahnbürsten mit der Aufschrift „Eltern putzen  Kinderzähne“.  Mit  dieser  Botschaft  sollen  die  Kinder  ihre  Eltern  als  Verbündete im Kampf gegen Karies gewinnen. Die Eltern sollen so motiviert werden, das Zähneputzen bei ihren Kindern täglich durchzuführen.

Demirbüken-Wegner zur Zahn- und Mundgesundheit: „Bereits im frühesten Kindesalter werden die Grundlagen für ein gesundes Leben gelegt. Was viele nicht wissen: Die Gesundheit des Kindes wird durch Zahn- und Mundgesundheit  stark  beeinflusst.  In  der  Bevölkerung  ist  die  Annahme,  dass Milchzähne gar nicht so wichtig sind, immer noch stark verbreitet. Dabei sind gesunde Milchzähne  eine  wichtige  Voraussetzung  für  das  Kieferwachstum,  die  Entwicklung des bleibenden Gebisses, die Nahrungsaufnahme und die Sprachentwicklung des Kindes. Zahnerkrankungen bedeuten Schmerzen, Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme und Artikulation und damit eine Reduktion der Lebensqualität und soziale Isolation.“

Eine gute Mundgesundheit ist abhängig von Mundhygienemaßnahmen, Kariesprophylaxe,  der  Inanspruchnahme  zahnärztlicher  Leistungen,  der  Ernährung und gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen wie zum Beispiel zu langem Nuckeln im  Kleinkindalter.  Insbesondere  im  Kindesalter  ist  hier  die  Aktivität  der  Eltern  gefragt.

Eine bereits im frühen Kindesalter beginnende Prophylaxe und das Erlernen von gesundheitsrelevanten  Verhaltensweisen  sowie  regelmäßiges  Zähneputzen  kann Zähne, Zahnfleisch und Zahnbett rechtzeitig vor Karies, Zahnfleisch- und Zahnbettentzündung schützen und gleichzeitig die Gesundheit und natürliche Schönheit der Zähne bis ins hohe Alter bewahren. Denn werden Munderkrankungen nicht früh genug erkannt, kann dies zu frühzeitigem Zahnverlust führen und sogar das Risiko für Allgemeinerkrankungen erhöhen; Zahnerkrankungen stehen häufig in Zusammenhang mit Adipositas, Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen. Für Kinder kann eine schlechte Mundgesundheit das Abbeißen und Kauen von Nahrung erschweren, durch Zahn- und Kieferfehlstellungen können viele Laute mit der Zunge nicht richtig gebildet werden und es stellen sich teilweise erhebliche Sprachstörungen, zum Beispiel Lispeln, ein.

Der  Anteil  kariesfreier  Milchgebisse  bei  Berliner  Kleinkindern  im  Alter  von  6 Jahren beträgt derzeit etwa 52% - jedes zweite Kind. Dem von der WHO und der Bundeszahnärztekammer  für  2020  formulierten  Mundgesundheitsziel,  nach  dem  der Anteil der kariesfreien  Milchgebisse der 6-Jährigen bei 80% liegen soll, nähert sich Berlin derzeit nicht an. In der Altersgruppe der 3-Jährigen liegt der Anteil der Berliner Kinder mit kariesfreiem Gebiss derzeit bei ca. 82%.

Heinz Schultze

Zähneputzen GROSS geschrieben