Vielsprachig für Zahn- und Mundgesundheit

Die Zahngesundheit der Kinder in Deutschland hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert.  So  kommt  die aktuelle Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie  zu  dem  erfreulichen Ergebnis, ...
dass acht von zehn der 12-jährigen Kinder (81 Prozent) heute kariesfrei sind. Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich in den Jahren von 1997 bis 2014 verdoppelt. Doch  immer  noch  erkranken  viele  Kinder  an  einer  oft  schmerzhaften  und  zerstörerischen Karies der Milchzähne. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine immer kleinere Gruppe den größten Teil erkrankter Zähne auf sich vereint. Besonderen Einfluss auf die Mundhygiene haben der soziale Status der Familie sowie das Vorliegen eines Migrationshintergrunds. So putzen Mädchen und Jungen, die aus einer Familie mit niedrigem Sozialstatus stammen, seltener die Zähne als empfohlen. Auch weisen Mädchen und Jungen aus Familien mit Migrationshintergrund häufiger eine unzureichende Putzfrequenz auf, als jene ohne Migrationshintergrund. Ebenso werden zahnärztliche Kontrolluntersuchungen von diesen Kindern seltener wahrgenommen. Handlungsbedarf besteht daher vor allem bei Kleinkindern, bei Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien und bei Kindern mit Migrationshintergrund. Emine Demirbüken-Wegner, begleitete eine Mitarbeiterin der  Landesarbeitsgemeinschaft  Berlin  zur  Verhütung  von  Zahnerkrankungen (LAG) und Kroko, das ‚Maskottchen‘ der LAG, bei der Gruppenprophylaxe in einer Kita, deren Schwerpunkt die sprachliche Entwicklung der Kinder ist. Die Kita wirkt am Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" mit. Dieses Programm wird seit dem Jahr 2016 bis zum Jahr 2019 durchgeführt. Bei den mitwirkenden Sprachkitas wird Wert auf alltagsintegrierte sprachliche Bildung gelegt und durch eine zusätzliche Fachkraft für sprachliche Bildung in der Kita implementiert.   

 

Bei der Zahnputzübung der Kinder konnte Emine Demirbüken-Wegner verfolgen, wie zusammen mit Kroko den Kindern spielerisch Botschaften zur Mund- und Zahngesundheit vermittelt werden, um die Kinder durch das emotionale Lernen positiv zu beeinflussen und das Interesse am eigenen Gesundheitsverhalten zu wecken und zu prägen.  Im Anschluss an ihren Besuch stellte Emine Demirbüken-Wegner die neuen Informationsblätter „Gesunde Milchzähne brauchen Pflege!“  vor, welche nunmehr in 19 Sprachen vorliegen.  Sie  bilden  somit  die  bunte  Sprachvielfalt  des  Landes  Berlins  ab  und  es  werden Menschen mit anderem Sprachhintergrund erreicht und in ihren Kompetenzen unterstützt. Denn gerade beim Zähneputzen sind die Kinder bis in das Schulalter darauf angewiesen, dass die Eltern nachputzen. Demirbüken-Wegner betonte, dass die neuen Informationsblätter zur Zahn- und Mundgesundheit den eingeleiteten Paradigmenwechsel hin zum präventiven Kinderschutz und der Bereitstellung früher Hilfen widerspiegeln. Neben dem regelmäßigen Zähneputzen sind eine zahn- und mundgesunde Ernährung sowie auch der halbjährliche Besuch einer Zahnärztin oder eines Zahnarztes wichtig.

 

Vielsprachig für Zahn- und Mundgesundheit