Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Rita Süssmuth wurde im Februar 80 Jahre alt. Dies war Anlass für den Bundesverband der Frauen-Union in der CDU-Deutschland zu Ehren ihrer langjährigen Vorsitzenden eine große Feier im ‚Konrad-Adenauer-Haus‘ auszurichten.
Unter dem Motto ‚Frauen bewegen‘ kamen viele Hundert Frauen und Männer zusammen, um einer der profiliertesten Politikerinnen der letzten Jahrzehnte die Ehre zu erweisen.
Die derzeit amtierende Bundesvorsitzende der Frauen-Union Annette Widmann-Mauz (MdB) begrüßte neben vielen Anderen als Gäste die Bundesministerin für Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen, Staatssekretär Karl-Josef Laumann und die ehemalige Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner.
Demirbüken-Wegner über Rita Süssmuth:
„Frau Prof. Dr. Süssmuth ist seit 1981 Mitglied der CDU. 1983 wurde sie Vorsitzende des Bundesfachausschusses für Familienpolitik der Partei. 1986 bis 2001 war sie Bundesvorsitzende der Frauen-Union. Von 1987 bis 1998 war sie Mitglied im Präsidium der CDU. Von 1987 bis 2002 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Im September 1985 wurde sie als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Konfrontiert mit AIDS, setzte sie als Vorbeugungsmaßnahmen insbesondere auf ärztliche Aufklärung und Beratung. Daneben propagierte sie gegen Widerstände die Verwendung von Kondomen zur Prävention. Als Gesundheitsministerin initiierte sie im Jahr 1987 die Gründung der Nationalen AIDS-Stiftung und unterstützte die spätere Fusion mit der Deutschen AIDS-Stiftung „Positiv leben“ im Jahr 1996. War sie zunächst als Vorsitzende des Stiftungskuratoriums tätig, ist sie heute deren Ehrenvorsitzende. Sie forderte einen möglichst weit gefassten Gesundheitsbegriff und wandte sich gegen die Aufhebung des kassenärztlichen Schutzes bei Abtreibung. Am 25. November 1988 wurde sie zur Präsidentin des Deutschen Bundestages gewählt. Nach ihrer Wahl zur Bundestagspräsidentin schied sie am 25. November 1988 aus dem Kabinett aus. 1990 präsentierte sie einen „Dritten Weg“ im Streit um den § 218 (Schwangerschaftsabbruch) zwischen Indikations- und Fristenlösung. Mich selbst verbindet mit Frau Prof. Süssmuth das gemeinsame Projekt eines ‚Integrierten Massnahmenplans gegen sexuelle Gewalt‘, kurz IMP genannt. In meiner Zeit als Staatssekretärin für Gesundheit übernahm Rita Süssmuth die Schirmherrschaft über das Projekt und brachte sich mehr als nur oberflächlich in die Arbeit ein. Mit Verve und Zähigkeit ermutigte sie mich, hier trotz mancher Widerstände auch aus den eigenen Reihen dieses Vorhaben durchzusetzen. Dafür schulde ich ihr Dank!“
Nach Begrüßung und Laudatio auf das Geburtstagskind fand in geselligem Zusammentreffen von mindestens zwei Politikergenerationen ein reger Austausch von Meinungen und Erlebnissen statt.