Seit dem 1. Oktober 2010 gibt es in jedem Berliner Bezirk eine Kontaktstelle PflegeEngagement für pflegeflankierendes Ehrenamt und Selbsthilfe.
Sie werden gefördert durch die jetzige Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege, Gleichstellung, die Landesverbände der Pflegekassen und den Verband der privaten Krankenversicherung e. V. Berlin.
Die Pflege in Deutschland steht vor einer großen Herausforderung. Der Senat, die Landesverbände der Pflegekassen und der Verband der privaten Kassen in Berlin haben sich darauf geeinigt, zwölf Anlaufstellen speziell für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige zu schaffen.
So sind die Kontaktstellen PflegeEngagement entstanden. Damit hat Berlin hat entschieden, ehrenamtliche Strukturen sowie Selbsthilfe in der Pflege zu fördern und als Infrastrukturmodell zu realisieren. Der Arbeitsauftrag basiert auf dem Paragraphen 45d SGB XI (Pflegeweiterentwicklungsgesetz) und ist in seiner praktischen Umsetzung bundesweit einzigartig. Die Kontaktstellen sind an die bezirklichen Selbsthilfekontaktstellen angebunden, um bestehende Ressourcen ideal zu vernetzen und zu nutzen.
Sie unterstützen im Schwerpunkt kleinere, wohnortnahe Selbsthilfe- und Ehrenamtsstrukturen für betreuende und pflegende Angehörige sowie Pflegebedürftige und Personen mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf, die in der eigenen Häuslichkeit oder in einer ambulanten Wohngemeinschaft leben. Im Angebot der Kontaktstellen Pflegeengagement sind zumeist
- Gesprächsgruppen, Entlastungs- und Freizeitangebote
- Vermittlung ehrenamtlicher Begleiter
- Kostenlose Informationsveranstaltungen
- Initiierung und Begleitung von Selbsthilfeinitiativen
- Unterstützung von Nachbarschaftsinitiativen
- Vermittlung an Fachberatungsstellen
- Schulungen und Fortbildungen von freiwilligen Helfern
- Unterstützung bei Gruppengründung und Gruppenorganisation
- Bereitstellen von Räumen und Ausstattungen
Der
Parlamentsausschuss für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation, dessen Mitglied die Reinickendorfer Wahlkreisabgeordnete Emine Demirbüken-Wegner ist, besuchte die Kontaktstelle PflegeEngagement Friedrichshain-Kreuzberg, betrieben von der Volkssolidariät Berlin e.V. . Der Ausschuss beschäftigt sich mit den Fragen und Angelegenheiten des bürgerschaftlichen Engagements der Berlinerinnen und Berliner, die sich auf verschiedene Weise freiwillig und unentgeltlich für gesellschaftliche Belange einsetzen.
Zu den Aufgaben im Rahmen der Ausschussarbeit gehört insbesondere die Befassung mit Vorhaben und Initiativen, die das bürgerschaftliche Engagement betreffen. Ein weiterer wesentlicher Teil der Ausschussarbeit besteht in der Führung eines kontinuierlichen Dialogs mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren, wie z.B. Wohlfahrtsverbänden, Trägern im gemeinnützigen Sektor und Berliner Verbänden aus den Bereichen Integration, Kultur, Soziales, Sport, Gesundheit und Bildung.
Zu dem Aufgabengebiet des Ausschusses gehört zudem das Themenfeld der Partizipation, also die Beteiligung und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen. Hierbei obliegt dem Ausschuss die inhaltliche Befassung mit gesetzlichen Vorhaben und politischen Maßnahmen zur Bürgerbeteiligung sowie die Begleitung von Prozessen zur Entwicklung von Strategien zur Bürgerbeteiligung.
Die Kontaktstelle PflegeEngagement Reinickendorf wird vom UnionsHilfsWerk e.V. unterstützt. Der UnionHilfsWerk e.V. ist ein Träger der freien Wohlfahrtspflege mit Sitz in Berlin. Der Träger leistet aus christlicher und sozialer Verantwortung Hilfe zur Selbsthilfe. Der Träger umfasst mehr als 100 Einrichtungen, Dienste und Projekte. Die circa 2.500 Mitarbeiter, die in sechs Schwerpunkt-Gesellschaften unter dem Dach der Unternehmensstiftung Stiftung Unionhilfswerk Berlin tätig sind, arbeiten insbesondere im Bereich der Behindertenfürsorge, der ambulanten Psychiatrie sowie und entlastet pflegende und betreuende Angehörige und pflegebedürftige Menschen jeden Alters und im Umfeld häuslicher Pflege.
Durch die Kontaktstelle Pflegeengagement Reinickendorf mit Sitz im Märkischen Viertel werden folgende Angebote den Reinickendorferinnen und Reinickendorfern gemacht:
- Besuchsdienst durch freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Begleitung pflegender Angehöriger
- Gesprächsgruppen für pflegende und betreuende Angehörige
- Freizeitangebote
- Unterstützung und Vernetzung von Nachbarschaftsinitiativen
- Vermittlung von Hilfsangeboten
- Informationsmaterialien und Fachvorträge
- Begleitung und Qualifizierung freiwillig Engagierter