Der Evangelische Kirchenkreis Reinickendorf geht mit Schwung in die letzten Vorbereitungen für den Deutschen Evangelischen Kirchentages, der vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin stattfinden wird.
Insbesondere die Aktivitätsschwerpunkte wie Kirchenführung, Nachbarschaftsfest, Kiezspaziergang, Kunstausstellung und Konzerte sind einige der besonderen Veranstaltungen im evangelischen Kirchenkreis Reinickendorf, der von
Superintendentin Beate Hornschuh-Böhm geführt wird.
„Die Kirche weiter öffnen!“, so die Superintendentin,
„ist ein Hauptanliegen unserer ehrenamtlich tätigen Laien, meiner Kolleginnen und Kollegen und unserer sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Dafür ist die
Familienbildungsstätte des Kirchenkreises Reinickendorf ein wichtiger Träger der Sozialarbeit im Bezirk, insbesondere wenn es um Hilfen und Angebote für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen geht.
Anfang Mai kam es zu einem intensiven Meinungsaustausch mit den Fachleuten der Reinickendorfer CDU.
Beate Hornschuh-Böhm und Christin Reuter, Leiterin der Familienbildungsstätte begrüßte am Sitz des Kirchenkreises in Wittenau die Reinickendorfer
Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie im Berliner Parlament, den
Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Jugend und Familie,
Tobias Dollase sowie den
stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Rathaus Reinickendorf,
Björn Wohlert. Wohlert zum Ursprung des Treffens:
„Ich habe als Wittenauer Bezirksverordneter die Bitte des Kirchenkreises um Unterstützung der Familienbildungsangebote der ev. Kirche Reinickendorf erhalten. Sehr gerne habe ich diese Idee aufgegriffen und mich mittels meiner Parteikollegen weiterer Fachkompetenz versichert. Es geht uns vor allem um die Vermittlung von Kontakten und darum, Kooperationen im Bereich Familienbildung zu ermöglichen.“
„Reinickendorf ist ‚Ganz schön begehrt‘ – nicht nur als Wirtschaftsstandort, sondern auch als beliebter Wohnort ganz nah am Puls der Citymetropole.“, sagte der
Bezirksbürgermeister Frank Balzer anlässlich der Vorstellung der neuen Imagekampagne „Reinickendorf – ganz schön begehrt“. Der Bezirk gilt als einer der attraktivsten Standorte für Wohnen, Leben und Arbeiten in der Hauptstadt. Reinickendorf vereint wirtschaftliche Stärke mit außergewöhnlicher Lebensqualität zu einer ganz eigenen Mischung.
Laut Demirbüken-Wegner ist sich die CDU-Reinickendorf aber auch im Klaren, dass dies nicht die einzige Perspektive von Berlin-Reinickendorf widerspiegelt.
„Fast jedes dritte Kind in Berlin ist von Hartz-IV- Leistungen abhängig. Die Studie ‚Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2015‘ zeigt auch auf, dass neue Problemkieze entstanden sind. Darunter werden gleich drei Gebiete in Reinickendorf genannt. Damit Reinickendorf ein beliebter Wohnort bleiben kann und die sozialen Unterschiede besser überwunden werden können, ist es für uns als die ‚Reinickendorf-Partei‘ unerlässlich, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.“ Bezirksstadtrat Dolase fügt hinzu:
„Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen müssen besondere Unterstützung erfahren und ebenso Zugang zu dauerhaften Präventionsmaßnahmen, wie z.B. Bildungsangeboten, bekommen. Bildung ist leider nach wie vor auch von der sozialen Herkunft abhängig und entscheidet über Lebenschancen. Familienbildung ermöglicht Teilhabe und Einmischung in das gesellschaftlich demokratische Leben und befähigt letztlich die Auseinandersetzung und Formulierung von eigenen Bedürfnissen und Interessenvertretung.“
Christin Reuter erläuterte in dem Gespräch die Ziele der Aktivitäten der Evangelischen Familienbildung Reinickendorf: „
Den Zugang zu Bildung für sozial benachteiligte Menschen zu schaffen, um die Menschen mit ihren Bedürfnissen dort abholen zu können wo sie stehen, soll bspw. eine dauerhafte nachhaltige Kursreihe niederschwelliger Bildungsangebote ermöglichen. Es sollen verschiedene Themenschwerpunkte mit spezifisch bedarfsgerechten Angeboten konzipiert werden.“
Der evangelische Kirchenkreis Reinickendorf nennt dazu einige Themenschwerpunkte und gibt Beispiele für spezifische Angebote:
- Wie koche ich günstig und gesund?
- Wie erstelle ich einen Haushaltsplan?
- Welche wertvollen Beschäftigungsmöglichkeiten für Eltern mit Kindern gibt es?
- Wie kann ich die Bindung zu meinem Kind als umgangsberechtigter Elternteil aufrechterhalten und stärken?
- Wie halte ich mich und mein Kind gesund und fit?
- Welche natürlichen Hausmittelchen von Oma gibt es?
- Welche Versicherungen benötige ich?
- Verträge abschließen– Auf was muss ich achten?
- Wie kann ich Energie und Wasser sparen?
- Wie erstelle ich einen Budgetplan?
Jeden Monat sollen mindestens zwei Angebote von circa drei Stunden an verschiedenen Orten im Kirchenkreis Reinickendorf zunächst über einen Zeitraum von zwei Jahren stattfinden.
Die Orte und die Anzahl der Angebote richten sich an den Bedarfen aus. Um den Zugang zu der Kursreihe so niederschwellig wie möglich zu gestalten, wird die Werbung an bestehende soziale Kontaktstellen angebunden.
Die potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden über Familien- und Stadtteilzentren, Familien-, Erziehungs- und Sozialberatungsstellen, Kirchgemeinden, Kitas und dem Internet über das Angebot informiert.
Außerdem ist eine kostenlose Teilnahme an den Veranstaltungen zwingend notwendig. Die Evangelische Familienbildung Reinickendorf verfügt über einen Pool von Honorarkräften verschiedener Professionen, die die Umsetzung der einzelnen Angebote übernehmen würden.