Zukunft des Geländes der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik
Status quo
Zurzeit befinden sich auf der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, deren Gebäude und Geländeanteile im Eigentum der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH stehen: Das Krankenhaus des Maßregelvollzugs, Flüchtlingsunterkünfte, eine Kleiderkammer, Mietwohnungen, Ausstellungsflächen des Albatros e.V. und des Vereins totgeschwiegen sowie Flächen der psychiatrischen Forensik der Charité. Weitere Gebäude werden von Vivantes, insbesondere für Archivzwecke, als Speisenverteilzentrum und als Psychiatrische Institutsambulanz genutzt. Zudem wurden zwei Gebäude für gewerbliche Nutzer und eine Freifläche zur Durchführung von Hippotherapien gemietet.
Der rot-rot-grüne Senat zur Zukunft der Flüchtlingsunterkünfte
Die bereits in Betrieb genommenen „Sternhäuser“ werden zurzeit mit einer maximalen vertraglichen Kapazität von rund 600 Personen als Gemeinschaftsunterkunft genutzt. Zwei weitere Häuser dienen als Notunterkunft mit einer Gesamtkapazität von rund 300 Personen. Eines der Häuser soll aufgrund der schlechten Bausubstanz freigezogen werden. Eine Schließungsprognose ist zum 3. Quartal dieses Jahres angedacht. Das andere Haus wird als Notunterkunft befristet weitergenutzt. Zudem ist die Errichtung eines Tempohomes sowie einer Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Planung. Die Fertigstellung des Tempohomes als Gemeinschaftsunterkunft ist für März 2018 vorgesehen. Das Tempohome hat eine Nutzungsdauer von drei Jahren und soll eine maximale Kapazität für 256 Personen gewährleisten. Eine Gesamtkapazität zur Unterbringung von Geflüchteten könne derzeitig nicht beziffert werden, da noch keine finale Kapazität für die geplante MUF feststeht. Erfahrungsgemäß könne jedoch von einer maximalen Kapazität für 300 bis 500 Personen ausgegangen werden.
Stand der Verkaufsgespräche von Vivantes
Die Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH führe nach eigenen Angaben derzeit keine Verkaufsgespräche. Die Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH beabsichtigt, nicht betriebsnotwendige Grundstücke zu veräußern. Dazu gehört unter anderem auch das Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer Nervenklinik. Mit den erzielten Einnahmen soll ein Teil des am Klinikum Neukölln geplanten Bauvorhabens finanziert werden. Bei der Vermarktung wird den Interessen des Landes Berlin zur Umsetzung der Wohnungsmarktpolitik und der notwendigen Unterbringung der Geflüchteten Rechnung getragen. Mit der Umsetzung des Verkaufes wird die im Auftrag des Landes Berlin handelnde Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) beauftragt. Einzelheiten der Nachnutzung der Liegenschaft seien bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bekannt.
Worauf der rot-rot-grüne Senat keine Antworten gab
Der rot-rot-grüne Senat hat nicht beantwortet, ob sie die Ziele des Freundeskreises Anstaltsfriedhof, den alten Friedhof aus dem Vergessen zu holen und ihn als authentischen Gedenkort zu erhalten und damit das Erinnern für immer wachzuhalten, berücksichtigt werden. Zudem erfolgte keine Auskunft darüber, ob und in welcher Art die Anwohner bei künftigen Planungen einbezogen werden.
Wir bitten daher alle Anwohner und Wittenauer Bürger, uns per E-Mail an wittenau@cdu-reinickendorf.de oder telefonisch unter der Rufnummer 030-55571074, ihre Meinung zu den bisher bekannten Plänen des rot-rot-grünen Senats und von Vivantes zu äußern sowie konkrete Ideen für die Zukunft des Geländes ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik vorzubringen.
Bild: Sonja Hartmann