Berliner Krebsgesellschaft ehrt Preisträger
Er ging an Soulafa Mamlouk, Biotechnologin des Deutschen Krebskonsortiums und Mitglied der Arbeitsgruppe Molekulare Tumorpathologie der Charité. Mit dem seit 1988 jährlich verliehenen Preis werden junge Krebsforscher ausgezeichnet. Soulafa Mamlouk hat mittels eines dreidimensionalen Tumormodells erstmals räumlich dargestellt, wo krebsrelevante Gene und Chromosomenabschnitte im Inneren eines Tumors liegen. Der Preis erinnert an den Berliner Senatsrat Curt Meyer (1891-1984), der nach praktischer und kommunalärztlicher Tätigkeit in Thüringen und Berlin 1944 verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert wurde. Nach 1945 reorganisierte der spätere Träger der Ernst-Reuter-Plakette das Gesundheitswesen im ehemaligen Westberlin vor allem die Gesundheitsfürsorge.
Das Kuratoriumsmitglied der Berliner Krebsgesellschaft, Emine Demirbüken-Wegner: „Bei fast 90 000 Berlinern wurde in den vergangenen zehn Jahren Krebs diagnostiziert. Zusätzlich erkranken hier jedes Jahr etwa 15 000 Menschen an einem bösartigen Tumor. Sie benötigen eine bestmögliche medizinische Versorgung und sind gerade bei seltenen Formen auf Fortschritte in der Krebsforschung angewiesen. Aber auch seelischer, finanzieller und sozialer Beistand können beim Kampf gegen die Krankheit helfen: Selbsthilfegruppen, Sport, ein Zuschuss für eine Perücke nach der Chemotherapie.“ Die Berliner Krebsgesellschaft (BKG) hat sich dem Ziel verschrieben, dem Krebs auf alle diese Arten entgegenzutreten. Der gemeinnützige Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Der Anlass der Jubiläumsfeiern wurde zugleich genutzt, um sich zu bedanken bei den vielen Ehrenamtlichen, die dazu beitragen, dass es Menschen mit Krebs besser geht. Dafür hat die BKG erstmals den Engagementpreis vergeben. Bereits in den achtziger Jahren hatte die BKG erkannt, dass Sport- und Selbsthilfegruppen für die Nachsorge und Rehabilitation von Krebskranken unverzichtbar sind. Heute fördert der Verein 13 Selbsthilfegruppen und 9 Sportvereine finanziell. Alle Leiter haben oder hatten selbst Krebs. Einige Selbsthilfegruppen, wie die Gruppe für Menschen mit Lungenkrebs, müssen dabei sogar um ihr Fortbestehen kämpfen – weil die Krankheit so tödlich ist.
Aber nicht nur Patienten, sondern auch Wissenschaftler und Ärzte setzen sich für die BKG ein. Die Pathologin Anja Kühl von der Charité etwa sammelt beim Frauenlauf Spenden, der Kinderonkologe Professor Günter Henze dirigiert seit Jahren Benefizkonzerte und der niedergelassene Chirurg Alexander Fiedler spendet das Geld, das er bei Fortbildungen einnimmt.
Kuratorin Emine Demirbüken-Wegner und Vorstandsmitglied Prof. Clemens A. Schmitt (Vorstand) ehrten Herrn Prof. Dr. Dr. Günter Henze: „Die Wahl fiel auf ihn, weil sich sein Engagement für die Berliner Krebsgesellschaft bereits über viele Jahre erstreckt. Dieses ist sehr vielfältig und geht weit über eine „normale“ Vorstandsarbeit hinaus. Insbesondere hervorzuheben ist, dass sich in seinem Wirken als musikalischer Leiter des Zehlendorfer Kammerorchesters langjährige Unterstützung für krebskranke Menschen mit kulturellem Engagement trifft, das breit in die Öffentlichkeit ausstrahlt. Mit den bisher 9 stattgefundenen Benefizkonzerten, die er auch dirigierte, hat er viele Menschen begeistert und emotional mitgenommen. So gelang es, mehr als 4.000 Euro jährlich zugunsten des Härtefonds einzuspielen. Das verdient höchste Anerkennung.“
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine von Demirbüken-Wegner geleitete Auktion, die unter den Gästen des Nachmittags Spenden in nennenswerter Höhe auslöste.