Noch keine Klarheit über die Altlasten am TXL

Die Pläne zur Nachnutzung des Flughafengeländes in Tegel sind bekannt, nicht aber, wie stark der Boden dort mit Schadstoffen verseucht ist. Auch ist offen, ob noch Blindgänger im Untergrund lauern. 
"Aussagen zur Bodenbelastung können erst getroffen werden, wenn das Gelände außer Betrieb genommen und für Untersuchungen frei zugänglich ist", antwortete Jens Spahn (CDU), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, auf eine Anfrage im Bundestag. Kampfmittel seien auf Teilflächen entfernt worden, damit Flugzeuge gefahrlos starten und landen können, erläuterte Spahn. Bislang sei aber keine Aussage darüber möglich, ob die Flächen auch für den Bau von Wohnungen geeignet sind.

Der Flughafen Tegel soll sechs Monate nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld schließen. Die ist für Oktober 2020 geplant. Auf dem rund 460 Hektar großen Areal in Tegel sollen dann ein Forschungs- und Gewerbepark sowie Wohnhäuser errichtet werden. 159 Hektar des Geländes gehören Berlin, 302 Hektar dem Bund.

Auch im Bereich des geplanten Kurt-Schumacher-Quartier muss Boden ausgetauscht werden: Aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine parlamentarische Anfrage geht hervor, dass auch die Landesregierung noch keinen Gesamtüberblick über vorhandene Bodenverunreinigungen hat. Zwar habe die Flughafengesellschaft viele Einzel-Altlasten schon beseitigt. Historische Untersuchungen und Bodenproben wiesen jedoch auch auf großflächige potenzielle Risiken hin, hieß es dort. Beim geplanten Wohngebiet Schumacher-Quartier muss demnach voraussichtlich der Boden ausgetauscht werden.

Die Flughafengesellschaft hat nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Euro zurückgestellt, um Altlasten aus der Zeit nach 1970, dem Baubeginn des Terminals, zu beseitigen. Kosten für eine Kontamination aus der Zeit davor müsste das Land Berlin tragen. Das Areal war nach dem Zweiten Weltkrieg an vielen Stellen mit Trümmerschutt aufgefüllt worden, zuvor hatte es unter anderem als Schießplatz und Raketenübungsgelände gedient.

In der amtlichen Information zum Volksentscheid über die Schließung von Tegel im vergangenen Jahr spielten die Altlasten keine Rolle. Eine Mehrheit sprach sich in dem Volksentscheid dafür aus, dass der Flughafen parallel zum BER in Betrieb bleiben soll.

(Quelle: Berliner Morgenpost/13.02.2018)