mit Frau Demirbüken-Wegner
Bericht zum Besuch des Tränenpalastes am 18.4.2018
Am 18.4. war es soweit. Große Resonanz fand die Einladung der Abgeordneten Frau Demirbüken-Wegner zu ihrer Aktionsreihe „R’West Unterwegs.“ Eingeladen wurde dieses Mal zur einer Führung durch die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ im Berliner Tränenpalast, dem ehemaligen Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin. Inzwischen gehört er zur Stiftung „Haus der Geschichte“. Auch Leser der RAZ hatten die Gelegenheit genutzt, dabei sein zu wollen und rd. 40 Teilnehmer hatten sich angemeldet.
Viele der Bürgerinnen und Bürger kannten den geschichtsträchtigen Ort „Tränenpalast“ noch aus ihren eigenen Erfahrungen, Erinnerungen wurden wach und für einige begann eine Reise in die Vergangenheit. In unserer Gruppe befand sich auch eine Reinickendorferin, die 1986 mit ihrer Familie durch diesen Grenzübergang ausreiste, der die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde und die nie wieder danach im Tränenpalast war. Einigen empfanden den Besuch als ein Zeitsprung in die Vergangenheit, sie erinnerten sich wieder an die Angst und die Beklemmungen, vor allem aber der Gang in die enge Kabine zur Ausweiskontrolle, war „unvergesslich“.
Interessant war zu erfahren, dass im Tränenpalast mehr Menschen gestorben sind, als an der Berliner Mauer. Nach der Wende fand man Dokumente aus denen hervorging, dass es mehr als 200 Tote im Tränenpalast gegeben hat, oft durch Herzinfarkte und Schlaganfälle ausgelöst, denn die Aus- und Einreise führte bei einigen Menschen zu extremen Stresssituationen.
An diesem Ort gab es viele schmerzliche Abschiede, denn man wusste oft nicht, wann und ob man sich je wiedersehen würde, daher entstand der Name „Tränenpalast“.
Bewegend waren auch die Erzählungen eines ehemaligen DDR Polizeibeamten.
Knapp 29 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung war der gemeinsame Besuch und die Führung mit den vielen Zeitzeugen mehr ein gemeinsames Gespräch über das Erlebte mit- und untereinander. Das bestätigten auch die beiden Damen Frau Dr. Schwarz-Weisweber und Frau Kallweit, die mit ihrem vertieften Fachwissen uns sehr geschickt durch die Ausstellung führten.
Mit dem Gedanken, in einem demokratischen Land zu leben, wo solche Ein- und Ausreiseschikane hoffentlich nie wieder existieren werden, trennte sich die Gruppe und freut sich nun bereits mit Frau Demirbüken-Wegner auf die Fortsetzung der Aktion "R-West Unterwegs"