Auch hier schlägt sie zu, die berühmte Senatstaktik: Interesse vortäuschen, Verantwortung abgeben Was in anderen Bundesländern bereits gängige Praxis ist, davon kann in Berlin nur geträumt werden. Das beweist die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage 18/15088. Diese entstand auf der Grundlage der langjährigen Forderungen des Landesjugendrings Berlin, das ehrenamtliche Engagement Studierender besser zu würdigen.
Zugegeben, es gibt aufregendere und wichtigere Themen als darüber zu sinnieren, ob es sinnvoll ist, ehrenamtliche Arbeit auf die Studienleistung anzurechnen: Zum Beispiel der jetzige und künftige Lehrermangel an den Berliner Schulen. Bestimmt hat der zuständige und vielbeschäftigte Staatssekretär für diese Anfrage nur daran gedacht. Das wird auch der Grund sein, dass er sich im Namen des Senats nur zögerlich dazu aufraffen konnte, wenigstens die Anregungen zum Thema zu begrüßen.
Die praktische Umsetzung überlässt er aber anderen – in diesem Falle namentlich der Arbeitsgruppe „Demokratische Hochschule“. Damit entledigt er sich bewusst aller Verantwortung und kann sich gemütlich zurücklehnen.
Doch in einer Frage übermannte ihn heiliger akademischer Zorn, indem er – wie der Volksmund so schön sagt – „die Hosen“ runterließ und selten klar formulierte: „Der Senat beabsichtigt nicht, die Vergabe von Studienplätzen unter dem Gesichtspunkt ehrenamtlichen Engagements zu regeln“.
Hoffentlich verinnerlichen das auch die Vertreterinnen der Koalitionsfraktionen, die beim letzten Parlamentarischen Abend des Landesjugendringes zugegen waren. Diese sagten damals im leichtfertigen Überschwang größtmögliche Unterstützung für die dort erhobenen Forderungen zu. Nun müssen sie wahrscheinlich mit mir gemeinsam gegen die „Fronten“ kämpfen. Eine schöne Vorstellung...
Siehe: Schriftliche Anfrage
18/15088