Presseerklärung
Wertvolle Zeit verschenkt - Berlin hätte schon längst ein eigenes Programm gegen sexuelle Gewalt an Schulen vorlegen können!
Es ist nicht nur unverständlich, sondern auch im höchsten Maße ignorant und ärgerlich, dass selbst Senatsvertreter so tun, als wäre das Thema sexuelle Gewalt an Schulen erst neu entdeckt worden. Dabei wurde wertvolle Zeit verschenkt, die dazu hätte genutzt werden können, ein eigenes maßgeschneidertes Programm gegen sexuelle Gewalt an Berliner Schulen zu entwickeln. Doch nein, es brauchte erst einen "Anstoß von oben", um für das Thema zu sensibilisieren. Der erschütternde Vorfall in einer Berliner einer Grundschule sowie die schmerzliche Rückschau einer Senatorin muten dabei nur wie eine "Illustration" zum Thema an. Das ist mehr als traurig, eigentlich ist es zum Heulen.
Erinnern wir uns: Berlin verfügt als einziges Bundesland über eine integrierte Maßnahmenplanung gegen sexuelle Gewalt - IMP. Diese wurde in der letzten Legislatur unter Federführung der damaligen Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales in Zusammenarbeit mit fünf anderen Senatsverwaltungen sowie dem Netzwerk gegen sexuelle Gewalt entwickelt, von fünf auf Bundesebene renommierten Wissenschaftler geprüft und als Drucksache ins Abgeordnetenhaus eingebracht. Die jetzigen politisch Verantwortlichen verpflichteten sich dann in ihrer Koalitionsvereinbarung, den aus 33 Handlungsfeldern bestehenden umfassenden Maßnahmenkatalog (IMP), umzusetzen. Seither ist wenig bis NICHTS passiert, wenn man einmal von den vielen parlamentarischen Anfragen dazu absieht. Mit Blick auf die Betroffenen sowie die Weiterentwicklung des Opferschutzes für die Betroffenen sexueller Gewalt ist das ein Skandal!
Hierzu:
Drucksache 17/3106 (pdf-Datei)
Broschüre IMP (pdf-Datei)