Rund 100 Teilnehmer versammelten sich am 12.10.2019 vor den Türen des Paracelsusbad um gegen die Planungen des Berliner Senats zu demonstrieren.
Dieser will auf der Gartenfreifläche nordwestlich des Schwimmbades eine sogenannte ‚Mobile Unterkunft für Flüchtlinge‘ (MUF) bauen. Die Organisatoren begrüssten zahlreiche Gäste wie bspw. den CDU Fraktionsvorsitzenden und Wahlkreisabgeordneten von Reinickendorf-Ost Burkhard Dregger, die CDU Wahlkreisabgeordnete von Reinickendorf-West Emine Demirbüken-Wegner, den Abgeordneten Torsten Weiss (AfD)sowie mehrere Bezirksverordnete von CDU, FDP, AfD und Grüne. Als Vertreter des Bezirksbürgermeisters Frank Balzer war Bezirksstadtrat Sebastian Maack gekommen. Maack schilderte die Umstände, die zu der kritisierten Standortentscheidung führten. Dabei stellte sich heraus, dass auch der für den Neubau einer Schule vorgesehene Standort Waidmannsluster Damm erneut für ein weiteres MUF vorgesehen ist. Viele Bürgerinnen und Bürger machten ihrem Unmut Luft: allgemein über die Flüchtlingsaufnahmepolitik der letzten Jahre, schwerpunktmässig über die subjektiv empfundene geringere öffentliche Sicherheit und betreffend des Standortes am Paracelsusbad über die nach einhelliger Meinung der Demonstranten mangelhafte Bürgerbeteiligung.
Die Veranstalter betonten wiederholt, dass ihre Demonstration parteienneutral sei und sie einer Vereinnahmung von welcher Seite auch immer widersprechen.
Bereits zwei Tage zuvor waren die Initiatoren mit Demirbüken-Wegner in deren Wahlkreisbüro zusammengetroffen. Bei diesem sehr sachlichen Gespräch wurde u.a. die soziale Lage im weiteren Umfeld des geplanten Standortes besprochen sowie die baurechtliche Situation am Paracelsusbad analysiert. Alle am Gespräch Beteiligten halten die Region bereits jetzt für extrem sozial belastet. Daher sei ein MUF an dieser Stelle die falsche Entscheidung. Auch die baurechtlichen Gegebenheiten wie bspw. der Denkmal- und der Naturschutz widersprächen der vorgesehenen Bebauung. Zudem gäbe es bereits jetzt zu wenig Kita- und Schulraum und damit seien auch die Unterbringungen mit dem MUF hinzuziehender Kinder nicht zu gewährleisten. Scharfe Kritik wurde weiter an dem Umstand geäussert, dass die zuständigen Senatsverwaltungen Bürgerbriefe unbeantwortet liessen. Die Prognose, dass der Senat zu Demo zwei Tage später keinen Vertreter entsenden würde, wurde dann auch in der Realität bestätigt.