PRESSEERKLÄRUNG

Konkrete Umsetzungserfordernisse aus der zweiten Studie zur Qualität des schulischen Mittagessens

Nur das Beste für unsere Kinder? – Mitnichten; der Senat hat keine Eile! 

Zur Antwort des Senats zu ihrer bereits dritten schriftlichen Anfrage „Schwer verdaulich“ – zur Qualität des schulischen Mittagessens im Land Berlin stellt die Abgeordnete Frau Emine Demirbüken-Wegner fest:

„Wozu gibt der Senat Studien in Auftrag, wenn er daraus keine Schlussfolgerungen ziehen will? Wozu führt er Fachgespräche, wenn daraus keine konkreten Änderungsmaßnahmen resultieren? Wozu beschäftigt er sich überhaupt mit der Qualität des schulischen Mittagessens, wenn er dazu alle Verantwortung an andere auslagert?

Die schlichte Antwort ist, er hat eigentlich gar kein großes Interesse an diesen Fragen, will und kann es aber wegen drohenden Imageverlustes nicht zugeben. Was dabei rauskommt? Eine Veräppelung der Öffentlichkeit, denn es ändert sich auf absehbare Zeit gar nichts. Und viel schlimmer, auch nichts an der Situation der Kinder.

Immer müssen andere dafür herhalten angefangen von den Bezirken über die Schulen mit ihren schulischen Mittagessensausschüsse bis hin zu den Eltern, der Vernetzungsstelle Schulverpflegung und den Caterern. Letztere müssen seit 2012 mit der gleichen Preiskalkulation arbeiten ungeachtet derPreissteigerungen. Kommentar der Schulverwaltung: „...Als Unternehmer überlegen sich die Catererbevor sie auf ein Los bieten...Innerhalb des dreijährigen Vertrages sind die Bedingungen festgeschrieben und weitere Maßnahmen werden nicht ergriffen...“

Unter diesen Voraussetzungen muss man ja zufrieden sein, dass die Situation noch nicht aus dem Ruder gelaufen ist. Für ein Qualitätsverbesserung des schulischen Mittagessens reicht das natürlich nicht aus. Auch nicht für einen Vertrauensvorschuss für die Versprechungen der Senatsschulverwaltung ein Positionspapier vorzulegen, das zu einem Änderungsvorschlag entwickelt werden soll.

Und die Kinder? Die spielen in der Senatsantwort überhaupt keine Rolle...

Anlage: Schriftliche Anfrage 18/16840 vom 5. November 2018