Presseerklärung

Senat versagt auf ganzer Linie - Kinderschutz schon seit langem in Gefahr!

 

Nach monatelangem Leugnen und Schönreden der prekären Situation im Bereich des Kinderschutzes versucht der Senat nun die Flucht nach vorn und tut so, als würde er sich schon lange intensiv bemühen, die Lage in den Jugendämtern zu verbessern. Das ist jedoch eine erneute Irreführung der Öffentlichkeit, denn noch im September dieses Jahres erklärte der Senat (Schriftliche Anfrage 18/16195), dass die Probleme im Kinderschutz in der Presse nur falsch dargestellt würden und der Schutzauftrag ohne Abstriche geleistet werden könne. Zudem gebe es genügend Stellen in den Jugendämtern. Diese seien nur nicht in der Lage, diese richtig zu besetzen.

Zwei Monate später fällt diese Argumentation angesichts der realen Probleme in den Bezirken wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Da hilft es dann auch nicht mehr, dass der Senat endlich zugibt, dass die Fallzahlen pro Mitarbeiterin/pro Mitarbeiter schon lange die zumutbare Grenze überschritten haben und der Personalpool ausgeblutet ist.

Welche Lösungen bietet nun die zuständige Senatsverwaltung? Man wolle sich für eine bessere Bezahlung des Personals stark machen. Was heißt das? Noch mehr Presseerklärungen der Jugendverwaltung, noch mehr Vertröstungen auf den Sankt Nimmerleinstag, noch mehr arbeitsunfähige Jugendämter, noch mehr Kinder und Jugendliche, die keine Hilfe bekommen einschließlich der endgültigen Kapitulation vor den bestehenden Problemen?

Eine solche Entwicklung kann wohl niemand, dem der Kinderschutz ernsthaft am Herzen liegt, wollen. Deshalb braucht es kein Eckpunktepapier, sondern ein wirksames Sofortprogramm sowie echtes Engagement des Senats zur Stärkung des Kinderschutzes. Doch davon ist bis jetzt nichts zu spüren. Die wahren Leidtragenden bleiben daher nach wie vor die betroffenen Kinder, Jugendlichen und ihre Familien.

Es wird hohe Zeit, dass der Senat endlich spürbar Verantwortung übernimmt.

Anlage S18/16195