AVA 99/100: Secondhand-Kaufhaus und Nachhaltigkeits-Zentrum

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat am Samstag in der Auguste-Viktoria-Allee 99/100 in Reinickendorf-West ihr neues Gebrauchtwarenkaufhaus „NochMall“ eröffnet.
In der „NochMall“ werden gut erhaltene Gegenstände verkauft, die auf diese Weise ein zweites Leben bekommen, d.h. „nochmal(l)“ verwendet werden. Das Secondhand-Kaufhaus folgt damit entsprechenden „Mustern“ bspw. aus Hamburg. Unter dem Motto „Re-Use statt Wegwerfen“ leistet die BSR somit einen wichtigen Beitrag für eine „Zero-Waste-Stadt“ Berlin. Nach der feierlichen Eröffnung durch Umweltstaatssekretär Stefan Tidow, Bezirksbürgermeister Frank Balzer und die BSR-Vorstandsvorsitzende Stephanie Otto, gingen die ersten Besucherinnen und Besucher wie bspw. die Wahlkreisabgeordnete Emine Demirbüken-Wegner in der „NochMall“ auf Entdeckungstour. Die dort angebotenen Gebrauchtwaren werden derzeit auf den Recyclinghöfen Hegauer Weg und Lengeder Straße gesammelt oder von Bürgerinnen und Bürgern direkt in der „NochMall“ abgegeben. Demirbüken-Wegner brachte als „Eröffungsgeschenk“ ungebrauchtes Kinderspielzeug und Sportschuhe mit und übergab dies der Betriebsleiterin Melanie Gille. Gille und Frieder Söling als Geschäftsführer präsentieren mit ihren rd. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf ca. 2.000 qm Verkaufsfläche ein umfangreiches Angebot. Das Sortiment der „NochMall“ umfasst derzeit in zehn Warengruppen rund 15.000 Artikel – z.B. Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Spielzeug und Bücher und vieles mehr.
Die „NochMall GmbH“ ist eine 100-prozentige Tochter der BSR und soll im Endstadium knapp 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Ihr Standort ist das Gelände eines ehemaligen Baumarkts auf dem Viktoriahof in Reinickendorf. Das Geschäftsmodell der „NochMall“ ist nicht gewinnorientiert. Es sollen lediglich die Kosten für den Betrieb des Kaufhauses gedeckt werden.

Die BSR-„NochMall“ möchte jedoch mehr sein als nur ein weiteres Kaufhaus für Gebrauchtwaren. Das Kaufhaus soll vielmehr die Aufmerksamkeit auf alle Angebote für nachhaltigen Konsum unterstützen. BSR-Chefin Stephanie Otto: „Die ‚NochMall‘ soll zu einem Erlebnisort für Nachhaltigkeit werden. Neben dem Stöbern und Entdecken von gutem Gebrauchten, werden wir hier auch Repair-Cafés und Upcycling-Workshops durchführen. Außerdem soll es Diskussionsveranstaltungen zum Thema Wiederverwendung und Pop-Up-Stores für nachhaltige Produkte geben. Unsere ‚NochMall‘ ist also nicht nur ein neues Secondhand-Kaufhaus, sondern innovative Plattform für Re-Use und Nachhaltigkeit.“

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz: „Das soll zum neuen normalen Einkaufserlebnis werden: Erstmal in der ‚NochMall‘ oder einem anderen Gebrauchtwarenkaufhaus stöbern, ob man hier nicht fündig wird für seine Neuanschaffung. Wer so einkauft und Dingen ein zweites Leben schenkt, trägt zum Ressourcenschutz und zur Abfallvermeidung bei. Gebrauchtwarenkaufhäuser erweitern die Angebotspalette nachhaltig und sollten zu Orten werden, in denen ein neues Konsumverhalten ausprobiert und kreativ weiterentwickelt wird. Unsere Re-Use-Initiative und das Leitbild einer abfallarmen Stadt werden hier sehr konkret und zum umweltfreundlichen Shoppingerlebnis.“

Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU): „Ich freue mich sehr, dass die BSR gerade Reinickendorf als Standort gewählt hat. Dies ergänzt hervorragend die großen Anstrengungen unseres Bezirks, im täglichen Leben nachhaltig zu wirken. Ich erinnere daran, dass das Bezirksamt nur noch Veranstaltungen genehmigt, die auf Einweg-Plastikgeschirr verzichten, oder an unseren Kooperationsvertrag mit den Stadtwerken für großflächige Photovoltaik-Anlagen auf drei Reinickendorfer Schulgebäuden. Ich wünsche dem ‚NochMall‘-Projekt viel Erfolg und viele zufriedene Kunden.“

Emine Demirbüken-Wegner traf in der „NochMall“ auf gute Bekannte. „Der eine oder andere ehemalige Mitarbeiter aus dem hiesigen Einzelhandel hat hier eine neue Arbeitsstelle gefunden. Mit der ‚NochMall‘ hat Reinickendorf-West ein excellentes Nachhaltigkeitszentrum bekommen. In der aktuellen ‚Corona-Zeit‘ ist dies ein ermutigendes Zeichen.“ Auch auf einen politischen Mitstreiter traf die Abgeordnete. Der Bezirksverordnete und Inhaber des „Kastanienwäldchens“ in der Residenzstrasse, Norbert Raeder, hat die Cafeteria gepachtet. „Ich engagiere mich ja vielfältig im Sozialbereich hier in Reinickendorf. Als ich von der Idee der ‘NochMall‘ hörte, war für mich klar, mich einzubringen. Das dies geklappt hat, freut mich deshalb umsomehr! Im Durchschnitt liegen pro privaten Haushalt gut 1.000 Euro an nicht genutzten Gegenständen herum. Dieses Secondhand-Kaufhaus bietet ein große Chance, diese Werte den Benachteiligten in unserer Gesellschaft zuteil werden zu lassen.“

AVA 99/100: Secondhand-Kaufhaus und Nachhaltigkeits-Zentrum