Abschlussveranstaltung zum „ISEK Flughafen Tegel und Umgebung“: Der Maßnahmenplan steht

Am  29.03.2017 fand im Kinosaal des Centre Français de Berlin in der Weddinger Müllerstraße 74 die Abschlussveranstaltung zum sogenannten „ Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept Flughafen Tegel“ (ISEK) statt.
Den Bürgerinnen und Bürgern sollte dabei eine breite Information gegeben werden, welche Entwicklungen in den nächsten Jahren im Umfeld des Flughafens Tegel seitens des Senats von Berlin geplant sind.
Mit dem ISEK geht ein umfassender Beteiligungs- und Erarbeitungsprozess zur Förderung und Gestaltung der Kieze zu Ende: Der entwickelte Maßnahmenkatalog steht nunmehr fest. Die federführende Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen präsentierte die Ergebnisse, bei deren Entwicklung die Bürgerinnen und Bürger 9insbesondere im  Jahr 2016 sich auf einigen Veranstaltungen einbringen konnten. Darüber hinaus informierte die Senatsverwaltung über die nächsten Schritte zur Umsetzung der Maßnahmen, die an das ISEK anschließen.

Die anstehende Schließung und Nachnutzung des Flughafens Tegel wird auch die Gebiete im Umfeld verändern. Dadurch ergeben sich neue Chancen und Möglichkeiten: Der Kurt-Schumacher-Platz wird eine neue Bedeutung erhalten, die Infrastruktur wird verbessert, alte Defizite werden beseitigt. Gleichzeitig weckt eine solche Neugestaltung auch die Befürchtung, dass die bisherige Wohn- und Lebensqualität trotz Reduzierung des Fluglärms durch Verdichtung in den Quartieren verloren gehen könnte. Daher sollten die Bürgerinnen und Bürger den kommenden Prozess mitgestalten. In Veranstaltungen vor Ort – und auch online – hatten sie die Gelegenheit, ihre Gedanken und Vorstellungen für die Entwicklung der an das Flughafengelände angrenzenden Quartiere einzubringen. Die Ergebnisse des Online-Dialogs und der Vor-Ort-Veranstaltungen fließen direkt in die Planungen für die zukünftige Entwicklung des Gebietes ein. Durch die Rückmeldungen sollte ein wichtiger Beitrag zur weiteren Gestaltung des dann ehemaligen Flughafens Tegel und seiner Umgebung geleistet werden.

Darüber hinaus hat die ‚Tegel Projekt GmbH‘, die mit der Entwicklung der Flächen des TXL rund um das Terminal und die sonstigen Leistungsflächen vom Senat beauftragt worden ist, im Abgeordnetenhaus von Berlin vor wenigen Tagen dem Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Betriebe ihren aktuellen Planungsstand vorgestellt, siehe:
-> Planungsstand TXL Nachnutzung_Teil1.pdf
-> Planungsstand TXL Nachnutzung_Teil2.pdf
-> Planungsstand TXL Nachnutzung_Teil3.pdf
-> Planungsstand TXL Nachnutzung_Teil4.pdf

Zu den Ergebnissen und Maßnahmen der ISEK-Abschlussveranstaltung:

Nördliche Scharnweberstraße/Kienhorstgraben und Antonienstraße/Eichborndamm:
Hierbei soll der Fokus auf die soziale Infrastruktur gelegt werden. Im Rahmen des ISEK wurde eine unzureichende Versorgung von Bewegungsräumen und Sportplätzen festgestellt.
Des Weiteren wurde nahe der Reineke-Fuchs-Grundschule eine Unterversorgung an Kitaplätzen notiert.
Der Kienhorstgraben soll in Verbindung mit dem Seidelbecken zu einem Grünstreifen verknüpft werden, der sowohl zu Fuß als auch zu Rad genutzt werden könne.
Zudem wird ein Sanierungsstau an der Max-Beckmann-Oberschule festgestellt, welcher im Zuge der finanziellen Mittel des „Stadtumbau“ behoben werden soll.
Die Stadtteilbibliothek in der AVA solle im Zuge der Gestaltung des Quartiers abgerissen und neu aufgebaut werden.

Kurt-Schumacher-Platz:
Es soll einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb geben, um neue und qualitativ hohe Aufenthaltsflächen zu realisieren.

Meteorstraße:
Diese soll zu einem Verknüpfungs- und Eingangsort zur entstehenden "Tegeler Stadtheide“ umgebaut werden.

Französische Quartiere:
Die Versorgungs- und Kommunikationswege wie auch die Verkehrsinfrastruktur sollen fokussiert verbessert werden. Des Weiteren wird angebracht, dass vorhandene Räume aus Zeiten der Besatzung reaktiviert werden bspw. das Kino L’aiglon am Kurt-Schumacher-Damm.

Flughafensee/Tegeler See:
Hier wird im Rahmen eines Workshops zukünftig erörtert werden, inwiefern sich die Interessen Freizeitnutzung und hoher Anspruch an Natur- und Wasserschutz, sowie die Interessen der Anwohner in Einklang bringen lassen. Es wurde ebenfalls spekuliert, die Seidelstraße als neue Erschließungsoption der Seen zu benützen.

Das Bezirksamt Reinickendorf wird das Programm „Stadtumbau“ betreuen.